iAd – Revolution in der mobilen Werbewelt oder ein teurer Trick?
12. August 2010
Noch vor der Markteinführung hat die neue ‘In-Ad-Purchase‘-Funktion, Apple Zusagen von 60 Millionen US Dollar für das Jahr 2010 eingebracht. Und während die einen schon fleißig werben, können andere nur zuschauen. Was macht die iAd nun so interessant für Werbetreibende und was schreckt ab?
Einerseits bietet iAd neue und kreative Wege, Werbung an Zielgruppen zu richten. Millionen von zahlungskräftigen iPod und iPad Nutzern können damit erreicht werden. Revolutionär an diesem Werbesystem ist die Möglichkeit, in der mobilen Welt die Emotionen des Fernsehens mit der Interaktivität des Internets zu verbinden, was die Aufmerksamkeit steigert. Interessant ist auch, dass die Werbung im App eingebunden ist und der Nutzer jederzeit zu seiner Anwendung zurückkehren kann, was als weniger störend empfunden wird. Außerdem kann Werbung zielgruppenspezifisch gesteuert werden, indem Nutzerdaten aus dem iTunes-Store für die Werbekampagne genutzt werden.
Andererseits sorgen hohe Kosten und Apples Inflexibilität für Unbehagen. Denn wer nicht über ein hohes Werbeetat verfügt, verliert das Interesse. Schließlich soll ein Werbepaket derzeit mindestens eine Million Dollar kosten. Bezahlt wird pro Werbeeinblendung und pro Klick. Die Erlöse für die iAd Werbeplattform sollen zu 60 Prozent den Entwicklern von Applikationen zukommen, um diese zur Entwicklung weiterer kostengünstiger und kostenloser Apps zu animieren. Zusätzlich hält Apple sich das Recht vor, Werbung abzuweisen. So hat es eine App mit Bikinimädchen nicht durch den langwierigen Abstimmungsprozess geschafft. Auch kurzfristige Werbemaßnahmen sind eher problematisch.
Mit der Sub-Applikation tritt Apple weiter in Konkurrenz zu Google. Während Google auf sein mobiles Werbenetzwerk AdMob als Wachstumssektor baut, kann Apple ihm mit iAd jetzt ein großes Stück vom mobilen Werbemarkt wegnehmen.
Die iAd bring frischen Wind in die mobile Werbewelt. Während die großen den First Mover Effekt ausnutzen können, können die anderen nur hoffen, dass der iAd-Markt in absehbarer Zeit auch für kleinere Werbebudgets möglich wird. Für App Entwickler bringt das Werbesystem endlich die Chance, für ihre Anwendungen gut entlohnt zu werden.
Weitere Quelle: Horizont: Ausgabe 31/2010 vom 05.August ‘Ein Hype mit Mängeln’.